Toter Zahn – nervtoter Zahn

toter ZahnHäufigster Grund für das Absterben eines Zahnes

Ein gesunder Zahn reagiert auf Außenreize wie Wärme oder Kälte, da das im Inneren des Zahnes befindliche Zahnmark diese Impulse aktiv verarbeitet. Das Zahnmark besteht aus Nervenfasern, Blut- und Lymphgefäßen sowie Bindegewebe und wird häufig schlichtweg als Nerv bezeichnet. Sobald das Zahnmark abgestorben ist, reagiert der betroffene Zahn auf keinerlei Reize mehr. Ursachen dafür können unterschiedlicher Natur sein. Meist geht der Entzündung des Zahnmarks jedoch eine tiefe Karies voraus, die zulässt, dass Bakterien über die Dentinkanäle bis ins Zahnmark vordringen. Anders als bei gesunden Zähnen ist das empfindliche Zahnmark nun nicht mehr durch die darüber liegenden Schichten des Zahnbeins (Dentin) und den Zahnschmelz geschützt und wird durch das Eindringen von Bakterien gereizt, sodass es sich schließlich entzündet. Hinweise auf eine solche voranschreitende Entzündung können sich in Form von übermäßiger Empfindung gegen Wärme, Kälte, saure oder süße Speisen oder Schmerzen beim festen Zubeißen zeigen. Generell kann eine Entzündung allerdings auch vollkommen unbemerkt und schmerzlos erfolgen und erst aufgedeckt werden, wenn das Zahnmark bereits abgestorben ist.

Absterben eines Zahnes nach einem Unfall

Neben einem kariösen Befall des Zahnes können weitere Faktoren dazu führen, dass ein Zahn abstirbt. Bei einem Unfall sind die Zähne so großen Belastungen ausgesetzt, dass gegebenenfalls die Blutgefäße der Wurzelspitze durchtrennt werden. Dadurch kann das Zahnmark nicht mehr richtig durchblutet werden und stirbt ab. Der als Zahntrauma bezeichnete Prozess zeigt nicht zwangsläufig typische Symptome, sodass eine allgemeine Untersuchung der Zähne nach einem Zahnunfall grundsätzlich empfehlenswert ist. Auch bei anderweitiger Krafteinwirkung auf einen Zahn kann dieser brechen oder Risse bekommen, wodurch Bakterien in das Zahnmark gelangen und es entzünden können. Bei Nichtbehandlung stirbt auch dieser Zahn zum Teil unbemerkt ab.

Toter Zahn – warum habe ich das?

Neben der ansteigenden Empfindlichkeit gegenüber Wärme und Kälte kann mit Hilfe des Klopftests festgestellt werden, ob eine Entzündung des Zahnmarks vorliegt. Bei gesunden Zähnen spürt der Patient lediglich das Klopfen selbst, jedoch keine Schmerzen. Verursacht das Klopfen allerdings einen unangenehmen Schmerz, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass das Gewebe rund um die Wurzelspitze entzündet ist. Auch spontan auftretende Schmerzen, die sich vorrangig nachts bemerkbar machen, können ein Indiz für eine Entzündung sein. Mit einem Kältetest wird überprüft, ob lediglich die Pulpa entzündet ist oder ob der betroffene Zahn bereits tot ist. Wird der Kältetest an einem gesunden Zahn angewendet, so spürt der Patient lediglich die Kälteeinwirkung. Bei einer vorliegenden Entzündung des Zahnmarks treten unmittelbar beim Kältetest starke Schmerzen auf und ist das Zahnmark bereits abgestorben, hat die Kälte auf den Zahn keinerlei Wirkung mehr.

Toter Zahn: Welche Behandlungsmöglichkeiten?

Ist das Zahnmark eines Zahnes entzündet, baut sich Druck im Inneren des Zahnes auf, der zunächst mit Hilfe eines Zugangs abgebaut wird. Auf dieser Weise lassen die Schmerzen nach und die Wurzelkanäle können gereinigt und anschließend gefüllt werden. Die folgende Wurzelkanalbehandlung beinhaltet die Füllung des Hohlraums mit einem gut verträglichen Material sowie einer Versiegelung, um den Zahn dauerhaft zu erhalten. Bei zu stark gekrümmten Wurzeln kann unter Umständen eine Wurzelspitzenresektion erforderlich sein, damit der Zahn nicht gezogen werden muss.